Wenn Alleinlebende sterben, muss der Haushalt aufgelöst werden. Auf die Angehörigen kommt in der Folge eine – oft auch emotional – fordernde Entrümpelung zu. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie bei einer Wohnungsauflösung nach einem Todesfall vorgehen müssen. Außerdem erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.
Wer ist für die Wohnungsauflösung verantwortlich?
Prinzipiell gilt: Verstirbt ein Mensch, fällt dessen Haushalt in die Zuständigkeit seiner Erben. Das bedeutet: Diese übernehmen ggf. auch den Mietvertrag des Verstorbenen – und sind für dessen Kündigung verantwortlich. Bevor eine Wohnung neu vermietet oder verkauft werden kann, muss diese allerdings zunächst vollständig leergeräumt werden. Auch hierum haben sich die Erben zu kümmern.
Nur wenn keine Erben vorhanden oder das Erbe ausgeschlagen worden ist, übernimmt ein vom Gericht bestellter Nachlasspfleger die Haushaltsauflösung.
Wohnung nach einem Todesfall entrümpeln: So gehen Sie vor
Die größte Aufgabe bezüglich des Haushalts eines Verstorbenen ist die Entrümpelung. Je nach Wohnungs- bzw. Hausgröße kann die vollständige Entrümpelung durchaus mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die Kosten dafür müssen die Erben tragen. Wenn Sie eine Wohnung entrümpeln möchten, empfiehlt sich prinzipiell folgendes Vorgehen.
1.) Verschaffen Sie sich einen Überblick
Zunächst folgt die Bestandsaufnahme: Gehen Sie die Wohnung Raum für Raum durch und verschaffen Sie sich einen Überblick über die bevorstehende Aufgabe. Machen Sie dabei gerne auch Bilder. Insbesondere, wenn Sie erwägen, einen Dienstleister mit der Entrümpelung zu beauftragen. Anhand der Fotos können Ihnen Umzugs- und Entrümpelungsfirmen ein passgenaueres Angebot machen.
Wichtig: Sichten Sie unbedingt auch Keller, Dachboden und Garage, denn hier sammelt sich erfahrungsgemäß das meiste Gerümpel an.
2.) Sortieren Sie
Im nächsten Schritt muss der Hausrat sortiert werden. Dabei hat sich dieses Vorgehen bewährt:
- Sortieren Sie zunächst alle Gegenstände heraus, die Sie selbst behalten möchten – z.B. weil Sie einen Nutzwert oder einen sentimentalen Wert haben.
- Beschriften Sie im Anschluss die Gegenstände, die Sie an Freunde oder Angehörige verschenken können.
- Erst danach sortieren Sie alles aus, was Sie in den nächsten Wochen und Monaten verkaufen möchten (z.B. auf dem Trödelmarkt oder online via Kleinanzeigen).
- Jetzt gilt es alle Gegenstände auszusortieren, die Sie problemlos an Wohltätigkeitsorganisationen oder Sozialkaufhäuser spenden können – z.B. Bücher, Kleidung oder auch Möbelstücke.
- Übrig bleibt alles, was Sie tatsächlich entsorgen müssen – das eigentliche Gerümpel also.
3.) Räumen Sie die Wohnung
Nachdem alles, was möglich war, verschenkt, verkauft oder gespendet worden ist, muss der übrig gebliebene Hausrat entsorgt werden. Da sich hier in der Regel erhebliche Mengen ansammeln, empfiehlt es sich, einen Container zum Entrümpeln zu organisieren.
Wie hoch sind die Kosten einer Wohnungsauflösung nach dem Tod eines Angehörigen?
Die genauen Kosten einer Wohnungsauflösung hängen maßgeblich von der Fläche ab, die entrümpelt werden muss. Entrümpeln Sie auf eigene Faust, fallen vor allem die Kosten für einen Container ins Gewicht. Die konkreten Kosten richten sich dabei nach Container-Größe, Stellzeit und Region. Da bei Entrümpelungen in der Regel verschiedene Abfälle anfallen, kommt meist nur ein (teurerer) Mischcontainer in Frage. In München können Sie für einen 7 m³ großen Container bei einer Stellzeit von 7 Tagen grob mit einer Preisspanne von 400 bis 1.000 Euro rechnen.
Entscheiden Sie sich für einen professionellen Dienstleister, fallen circa 400 bis 700 Euro pro Raum an. Bei einer 3-Zimmer-Wohnung mit Keller beläuft sich die Entrümpelung erfahrungsgemäß auf 2.000 bis 3.000 Euro. Abweichungen nach unten oder oben sind möglich.
Kosten sind steuerlich absetzbar
Gut zu wissen: 20 Prozent der für die Haushaltsauflösung nach einem Todesfall angefallenen Kosten können als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ steuerlich geltend gemacht werden – bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro.
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Eine Entrümpelung kostet Zeit. Viel Zeit. Wer eine große Wohnung oder ein Haus in Eigenregie an den Wochenenden entrümpeln möchte, muss hierfür mehrere Wochen einplanen. Hinzu kommt, dass das Leerräumen der Wohnung eines verstorbenen Angehörigen meist auch eine nicht zu unterschätzende emotionale Belastung ist.
Schneller und nervenschonender geht es mit einem professionellen Dienstleister.
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