Geht das Heimweh wirklich schnell vorbei? Und werden wir in unserem neuen Zuhause zeitnah Anschluss finden? Gerade beim Umzug mit Kindern haben meist alle Familienmitglieder ein mulmiges Gefühl. Wir geben Ihnen 7 Tipps an die Hand, die für einen stressfreien Umzug und eine schnelle Eingewöhnung sorgen.
1.) Bereiten Sie (ältere) Kinder auf den Umzug vor
Kaum etwas ist für ein Kind schlimmer als plötzlich aus seiner gewohnten Umgebung gerissen zu werden. Das gilt für Kindergartenkinder, denen Routinen und Vertrautes sehr wichtig ist. Und noch mehr für Teenager, die sich oft bereits einen stabilen Freundeskreis aufgebaut haben, und tief in ihrem Zuhause verwurzelt sind. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Kinder nicht vor vollendete Tatsachen stellen. Stattdessen sollten Sie den Umzug ankündigen, sobald klar ist, dass er sich nicht vermeiden lässt. Einzige Ausnahme: Kleinkinder bis etwa 2 Jahren können die Ankündigung eines Umzugs schlicht noch nicht verarbeiten. Hier bleibt nur die liebevolle Begleitung während und in der Zeit nach dem Umzug.
Bonus-Tipp: Sie können die Sorgen Ihrer Kinder rund um den anstehenden Umzug abmildern, indem Sie im Vorfeld – soweit möglich – gemeinsam die neue Umgebung erkunden:
- Sehen Sie sich Ihr neues Zuhause gemeinsam an – und sei es nur von außen.
- Besuchen Sie Spielplätze in der Umgebung.
- Gehen Sie gemeinsam den künftigen Kindergarten- und Schulweg ab. Ist Ihr neuer Wohnort zu weit entfernt, geht das auch über Google Maps.
- Suchen Sie gemeinsam nach Vereinen und Aktivitäten, die Ihre Kinder am neuen Wohnort wahrnehmen können. Das geht auch online!
- Halten Sie im Vorfeld nach Spielgruppen Ausschau (z.B. in Foren, Facebook-Gruppen oder bei nebenan.de). Gerade in größeren Städten gibt es oft Gruppen für Zugezogene.
Sie werden sehen: Je mehr Ihre Kinder über Ihr neues Zuhause erfahren, desto mehr können Sie dem anstehenden Umzug auch positive Aspekte abringen – und ihn ein Stück weit als Abenteuer begreifen.
2.) Lassen Sie Ihre Kinder helfen und mitbestimmen
Die meisten Kinder wünschen sich nichts sehnlicher, als dabei zu sein. Lassen Sie Ihre Kids daher auch bei der Planung des Umzugs und der Wohnungseinrichtung nicht außen vor. Sie brauchen einen neuen Schrank fürs größere Kinderzimmer? Dann suchen Sie diesen doch gemeinsam aus. Der Umzug steht vor der Tür und das Kinderzimmer muss allmählich leergeräumt werden? Schon Kindergartenkinder können stellenweise beim Packen helfen. Etwa, indem sie ihren Kuscheltieren in einem Umzugskarton „ein vorübergehendes Zuhause" einrichten.
3.) Bei längeren Umzügen: Schmeißen Sie eine Abschiedsparty
Sie ziehen in eine weit entfernte Stadt? Dann müssen sich Kinder nicht nur an neue Nachbarn, sondern auch an neue Kindergarten- oder Schulkameraden gewöhnen – und neue Freunde finden. Klar, dass bei diesen Aussichten der Abschiedsschmerz tief sitzt. Trauer ist zu einem gewissen Grad normal. Und es ist wichtig, dass Ihre Kinder traurig sein dürfen und Abschied nehmen können. Eine Abschiedsparty mit Freunden und Nachbarn sollte daher fester Bestandteil der Umzugsvorbereitung sein. Die gemachten Fotos können Sie sich dann im neuen Zuhause gemeinsam anschauen.
4.) Stellen Sie eine Betreuung am Umzugstag sicher
Es ist schön, wenn der Nachwuchs beim Umzugstag selbst mithelfen möchte. Gerade bei jüngeren Kindern ist das aber in der Regel nur begleitet möglich. Sind Mama und Papa so sehr mit Umziehen beschäftigt, dass sie kaum ansprechbar sind, führt das bei Kindern in einer ohnehin ungewohnten Situation allerdings zu noch mehr Stress. Für den Tag des Umzugs selbst sollten Sie daher immer eine Betreuungsperson organisieren, die für Ihre Kinder verfügbar ist. Das können Oma und Opa sein, aber auch eine vertraute Babysitterin.
5.) Legen Sie den Fokus aufs Kinderzimmer
Vollgepackte Umzugskartons, die sich in den Ecken stapeln. Bretter von Regalen, die noch darauf warten, aufgebaut zu werden. Tüten voller Bücher daneben. Kein Umzug kommt ohne ein gewisses Maß an Chaos aus. Klar, dass es da gerade für Kinder schwierig ist, im neuen Zuhause Spaß zu haben. Unser Tipp daher: Fokussieren Sie sich zunächst aufs Kinderzimmer. Ist dieses eingerichtet, haben Ihre Kinder einen (einigermaßen) aufgeräumten Rückzugsort, an dem Sie spielen können. Sofern es die räumlichen Gegebenheiten zulassen, orientieren Sie sich bei der Einrichtung am besten an dem alten Kinderzimmer und schaffen sich keine komplett neuen Kinderzimmermöbel an. Denn Vertrautes hilft bei der Eingewöhnung.
6.) Kehren Sie schnellstmöglich zu alten Routinen zurück
Apropos Vertrautes, auch die Beibehaltung von Routinen helfen Kindern dabei, mit einem Umzug zurechtzukommen. Beispiele für solche Gewohnheiten:
- Gehen Sie zur selben Zeit ins Bett.
- Behalten Sie die alten Einschlafrituale (z.B. Vorlesen) bei.
- Halten Sie gemeinsame Essenzeiten ein. Wenn die Küche noch nicht geliefert worden ist, klappt das auch mit bestelltem Essen.
- Lassen Sie Familientage/Spieltage am gewohnten Wochentag stattfinden.
Selbstverständlich können Sie Ihre Routine in Ihrem neuen Zuhause auch um neue Rituale bereichern. Wie wäre es, einen „Entdecker-Dienstag" einzuführen? Einen Nachmittag also, an dem Sie gemeinsam Ihre neue Umgebung erkunden. Vom Eisladen um die Ecke über den tollen Italiener zwei Straßen weiter bis zum Schwimmbad im nahegelegenen Viertel.
7.) Nehmen Sie sich Zeit – und seien Sie in ruhigen Momenten ansprechbar
Auch wenn die ersten Tage und Wochen vor und nach einem Umzug erfahrungsgemäß noch mit einem erhöhten Stresslevel verbunden sind: Planen Sie gerade in dieser Phase Zeit für Ihre Kinder ein. Und zwar nicht zwischen Tür und Angel, sondern mit voller Aufmerksamkeit. Denn viele Kinder haben in der Zeit vor, während und nach einem Umzug durchaus Redebedarf – und profitieren von Gesprächen, in denen sie über ihre Gefühle reden können. Allerdings spüren Kinder auch, wenn ihre Eltern gestresst und gereizt sind – und suchen gerade in diesen Zeiten selten das Gespräch. Passen Sie daher einen ruhigen Moment ab, um mit Ihren Kindern über ihre Ängste und Sorgen zu reden. Meist eignet sich hierfür die Zeit am Abend, kurz vor dem Zubettgehen, sehr gut. Denn dann liegt der Tag hinter uns, es gibt vorerst nichts mehr zu tun – und wir alle sind deutlich entspannter.
Umziehen mit Kindern: eine Checkliste
Ein Umzug mit Kindern ist herausfordernd, mit der richtigen Vorbereitung aber durchaus ohne allzu viel Stress zu managen. Zum Abschluss haben wir Ihnen noch einmal die wichtigsten Tipps als Checkliste zusammengefasst:
- Beziehen Sie Ihre Kinder (altersgerecht!) in die Umzugsplanung mit ein.
- Lassen Sie Ihre Kids mitbestimmen (z.B. Kinderzimmer-Wandfarbe aussuchen).
- Erkunden Sie, wenn möglich, vor dem Umzug die neue Umgebung.
- Laufen Sie den neuen Kindergarten- und Schulweg im Vorfeld gemeinsam ab.
- Suchen Sie frühzeitig nach Vereinen und Spielgruppen, in denen Ihre Kinder Anschluss finden können.
- Veranstalten Sie eine Abschiedsparty.
- Organisieren Sie für den Umzugstag eine Betreuung.
- Lassen Sie Ihre Kinder altersgerecht beim Umzug helfen, wo es möglich ist.
- Richten Sie das Kinderzimmer zuerst ein.
- Halten Sie alte Routinen aufrecht – und führen Sie neue ein.
- Schaffen Sie ruhige Momente, um für Ihre Kinder emotional verfügbar zu sein.
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